Mit Robert Ananda Coordes, Diplom-Psychologe, Gründer des Instituts für Beziehungsdynamik und Leiter unserer Ausbildungen in Beziehungsdynamischer Paar- und Sexualtherapie seit 2012.
Ein Paar kommt in die Praxis. Sie hat seit Monaten keine Lust mehr auf Sex, er fühlt sich zurückgewiesen. Beide sind sich einig, wo das Problem liegt: bei ihr.
Viele Kolleg*innen kennen solche Erstgespräche. Der naheliegende Auftrag lautet dann, die Lust der „symptomtragenden“ Person wiederherzustellen. Doch wer so ansetzt, übersieht häufig das Entscheidende: Das Symptom gehört selten nur einer Person. Es erfüllt eine Funktion in der Beziehung – und wird von beiden Partner*innen, meist unbewusst, mit aufrechterhalten.
Genau hier setzt die Beziehungsdynamische Paar- und Sexualtherapie an. Und genau diesen Perspektivwechsel machen wir im kostenfreien Online-Workshop „Der Schatten zeigt sich im Bett“ an einem konkreten Fallbeispiel nachvollziehbar.
Nicht: Wer hat das Problem?
Sondern: Was schützt das Paar gemeinsam?
Kollusion: Wenn zwei ein Tabu gemeinsam hüten
Der Schweizer Paartherapeut Jürg Willi hat für dieses Phänomen den Begriff Kollusion geprägt: ein unbewusstes Zusammenspiel, in dem sich die inneren Konflikte zweier Menschen ergänzen und gegenseitig stabilisieren. In der Sexualität zeigt sich das besonders deutlich, weil sie körpernah, verletzlich und schwer kontrollierbar ist. Was im Alltag überspielt werden kann, wird im Bett spürbar.
Drei Perspektiven, die Du im Workshop kennenlernst
- Tabus als Organisatoren der Beziehung
Unausgesprochene Wünsche, Fantasien, Ängste und Enttäuschungen sind nicht einfach verschwiegene Inhalte. Sie bestimmen, welche Rollen ein Paar einnimmt und welche Themen umkreist, aber nie berührt werden.
- Die Funktion des Symptoms
Wir sprechen lieber von der Funktion sexueller Störungen als von Funktionsstörungen. Die diagnostische Frage lautet: Was schützt dieses Symptom – und wovor?
- Der Schatten im Paar
Mit Jungs Konzept des Schattens wird verständlich, warum gerade das, was nicht ins Selbstbild passt, sich in der Sexualität zeigt. Mehr dazu im Beitrag Schattenarbeit.
Den diagnostischen Blick live erlebenAm 30.09.2026 zeigen wir an einem Fallbeispiel, wie sich Kollusion erkennen und behutsam ansprechbar machen lässt.
Kostenlos anmelden
Was Dich im Workshop erwartet
Der Workshop ist kompakt und praxisnah aufgebaut. Anhand eines Fallbeispiels gehen wir den Fragen nach, die auch im Zentrum unserer Ausbildung stehen: Was geschieht zwischen zwei Menschen? Was wird gesagt – und was nicht? Welche Dynamik entsteht im therapeutischen Raum? Und wie lassen sich Tabus so ansprechen, dass ein Paar sich nicht bloßgestellt fühlt?
- Du lernst das Konzept der Kollusion als gemeinsame Abwehr statt individuelles Problem kennen.
- Du schärfst Deinen diagnostischen Blick für das, was zwischen den Zeilen – und zwischen den Körpern – verhandelt wird.
- Du erhältst konkrete Impulse, wie Tabus im therapeutischen Raum vorsichtig ansprechbar werden.
- Du bekommst einen authentischen Eindruck davon, wie wir am Institut denken, lehren und arbeiten.
- Im Anschluss beantworten wir Deine Fragen zu unseren Aus- und Weiterbildungen.
Häufige Fragen
Für wen ist der Workshop gedacht?
Für Psychotherapeut*innen, Heilpraktiker*innen, Berater*innen, Coaches und alle, die mit Paaren arbeiten oder eine Aus- oder Weiterbildung in Paar- und Sexualtherapie in Betracht ziehen.
Brauche ich Vorerfahrung in Sexualtherapie?
Nein. Therapeutische oder beraterische Vorerfahrung ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Verpflichte ich mich mit der Teilnahme zu etwas?
Nein. Der Workshop ist kostenfrei und unverbindlich. Er soll Dir einen ehrlichen Eindruck von unserer Arbeit geben, damit Du gut entscheiden kannst, ob unsere Ausbildung zu Dir passt.
Was ist Kollusion in der Paartherapie?
Kollusion beschreibt nach Jürg Willi ein unbewusstes Zusammenspiel zweier Partner*innen, in dem sich innere Konflikte, Ängste und Abwehrformen wechselseitig ergänzen und stabilisieren. In der Sexualität kann daraus ein gemeinsames Tabu entstehen.
Wie erhalte ich den Zugang?
Nach Deiner Anmeldung bekommst Du alle Informationen und den Zoom-Link per E-Mail.