Hier wird die Abschlusswoche (11. und 12. Seminar) unserer zweijährigen Weiterbildung in Beziehungsdynamischer Paartherapie und Sexualtherapie beschrieben. Es ist nicht möglich, dieses Seminar separat zu buchen, denn es ist Teil eines geschlossenen Ausbildungsdurchgangs.
Seit 2012 bilden wir am Institut für Beziehungsdynamik Therapeut*innen fort und weiter. Alle Infos zu unseren Weiterbildungen finden sich hier auf unserer Website. Gerne können Sie bei Fragen auch Kontakt zu uns aufnehmen.
Ein besonderes Highlight der zweijährigen Fortbildung in Beziehungsdynamischer Sexualtherapie ist die Abschlusswoche, die das elfte und zwölfte Seminar in einem idyllischen Seminarhaus in der Natur zusammenlegt. Diese Woche bietet den Teilnehmer*innen eine intensive und tiefgehende Erfahrung, die sie mit ihren inneren Kindern und Beziehungsmustern in Kontakt bringt. Hier auf unserer Facebook-Seite finden sich ein paar Impressionen. Nachfogend wollen wir die Inhalte dieser besonderen Woche vorstellen:
In unserer letzten Woche unserer zweijährigen Weiterbildung in Beziehungsdynamischer Paartherapie und Sexualtherapie arbeiten wir vornehmlich prozessorientiert. Wir orientieren uns also an den gruppendynamischen Prozessen und Bedarfen der Teilnehmer*innen. Dabei gibt es einen festen inhaltlichen Teil und variable Einheiten. Fest ist die Arbeit mit dem inneren Kind und das Arbeiten mit Psychodrama bzw. psychodramatischen Prozessen. Selbstverständlich beenden wir unseren gemeinsamen Weiterbildungsprozess auch mit Abschiedsritualen, die auch in der sexual- und paartherapeutischen Arbeit zentral sind. Nachfolgend einige Ausführungen.
In der beziehungsdynamischen Paar- und Sexualtherapie spielt die Arbeit mit dem inneren Kind eine sehr bedeutende Rolle, da in Beziehungskonflikten häufig die verletzten kindlichen Anteile die Regie übernehmen. Das Seminar ist so aufgebaut, dass die Teilnehmer*innen einen Prozess durchlaufen, der sie mehr und mehr mit ihren inneren Kindern in Kontakt bringt.
In der beziehungsdynamischen Paar- und Sexualtherapie spielt die Arbeit mit dem inneren Kind eine sehr bedeutende Rolle, da in Beziehungskonflikten häufig die verletzten kindlichen Anteile die Regie übernehmen. Das Seminar ist so aufgebaut, dass die Teilnehmer*innen einen Prozess durchlaufen, der sie mehr und mehr mit ihren inneren Kindern in Kontakt bringt. Beginnend mit reiner Selbsterfahrung am ersten Tag, endet der Prozess nach drei Tagen in einem therapeutischen Setting zur Heilung der Beziehung zum eigenen inneren Kind. Hierfür bedienen wir uns unterschiedlicher Methoden und Herangehensweisen.
In den körperorientierten Sequenzen, die maßgeblich auf die körperpsychotherapeutische Arbeit von Wilhelm Reich zurück zu führen sind, werden die Teilnehmer*innen an vorsprachliche Stadien ihrer Entwicklung herangeführt. Dabei liegt der Fokus auf dem sogenannten Bonding, aus der Bonding Psychotherapie. Frühe Vernachlässigungen, Irritationen und Unterbrechungen im Kontakt zu den ersten Bezugspersonen, welche laut der Objektbindungstheorie, zu prägenden traumatischen Erfahrungen in der kindlichen Entwicklung führen können, finden in den körpertherapeutischen Übungen einen Raum der Heilung.
Mit Hilfe von angeleiteten Trancereisen, die auf den Ansatz der Hypnotherapie nach Gunther Schmidt zurückzuführen sind, begeben sich die Teilnehmer*innen auf die Suche nach der Schattenseite ihrer verletzten inneren Kinder, um sich mit den Konsequenzen früher Verletzungen und den daraus resultierenden Entscheidungen auseinander zu setzen, die häufig unbewusst massive Auswirkungen auf die Gestaltung von Beziehungen im späteren Erwachsenenleben haben können.
Die Arbeit mit dem inneren Kind ist ein psychologisches Konzept, das darauf abzielt, seelische Wunden aus der Vergangenheit zu heilen und negative Glaubens- und Lebensmuster zu erkennen und zu verändern.
In der Arbeit mit dem inneren Kind geht man davon aus, dass Kindheits-Erfahrungen unser erwachsenes Verhalten, Denken und Fühlen maßgeblich beeinflussen. Durch die bewusste Auseinandersetzung mit dem „inneren Kind“ sollen destruktive Verhaltensweisen erkannt und verändert werden.
Ziele der Arbeit mit dem inneren Kind:
Die Arbeit mit dem inneren Kind beinhaltet Selbstreflexion und das bewusste „In-Kontakt-Treten“ mit dem inneren Kind. Dies kann durch verschiedene Techniken wie Visualisierungen, Dialoge oder Schreibübungen geschehen.
Das Psychodrama bietet die Möglichkeit, dass innere Drama auf eine äußere Bühne zu holen und wir nutzen diese Methode, um einen transformativen, heilsamen Prozess in der Begegnung des Erwachsenen mit dem inneren Kind zu initiieren.
Eine weitere Ebene des Psychodramas, das von dem österreichischen Arzt Jacob Levy Moreno entwickelt wurde, eignet sich gut, um die systemische Aufstellungsarbeit zu ergänzen. Beziehungskonstellationen zwischen realen Personen, aber auch zwischen inneren Anteilen, können als lebendige Skulpturen miteinander in Beziehung treten und festgefahrene Situationen, können so zu einer Lösung finden. In dieser Arbeit können in einem kraftvollen Prozess noch offene Themen bearbeitet werden und über die frei agierenden Anteile, unter therapeutischer Begleitung, neue Aspekte eines Themas ins Bewusstsein geholt werden.
Ebenso nutzen wir das zwölfte Seminar noch offene Themen zu bearbeiten, wie das Wiederholen der in der Fortbildung gelernten paar- und sexualtherapeutischen Methoden. Anhand von Live-Demos realer paartherapeutischer- und sexualtherapeutischer Fälle, können die Teilnehmer*innen konkret erfahren, wie beispielsweise Beziehungsdynamiken innerhalb einer Sitzung aufgedeckt und für die therapeutische Arbeit genutzt werden können. In Live-Coachings werden die Teilnehmer*innen mit ihrer eigenen therapeutischen Kompetenz zum Arbeiten aufgefordert und durch die Fortbildungsleitung im Hier und Jetzt supervidiert.
Psychodrama ist eine Form der Gruppenpsychotherapie, die von dem Psychiater und Soziologen Jacob Levy Moreno in den 1920er Jahren entwickelt wurde. Die Methode basiert auf der Idee, dass Menschen am besten durch aktives Handeln lernen und nicht nur durch Sprechen. Kernelemente des Psychodramas sind:
Therapie ist ein Lernraum, indem Realität nachgespielt und Beziehungen untersucht werden. Ein wichtiger Teil von Beziehung sind Abschiede. Auch in der Sexual- und Paartherapie spielen Abschiede eine wichtige Rolle und steigern die Beziehungsfähigkeit und die Beziehungskompetenz, wenn sie aktiv gestaltet werden können. Wie Abschied gelingen kann, welche Rituale dafür gut sind und was es braucht, damit Klient*innen wiederkommen können, wird in der Abschlusswoche, im letzten Seminar vermittelt.
Während der gesamten Zeit der Abschlusswoche werden den Teilehmer*innen in Einzelgesprächen ein abschließendes Feedback durch die Fortbildungsleitung angeboten.
Durch alle Seminare hindurch ziehen sich Methoden aus dem kreativ-therapeutischen Bereich, wie das Aufschreiben von inneren Prozessen oder das Malen eines Bildes, sowie immer wieder bewegungs- und tanztherapeutische Elemente.
Abschiede sind ein wichtiger Prozess, der sorgfältig gestaltet werden sollte. Hier sind einige zentrale Aspekte zur Gestaltung von Abschieden in der Psychotherapie:
Die bewusste und sorgfältige Gestaltung des Abschieds in der Psychotherapie kann dazu beitragen, den Therapieerfolg zu festigen und dem Patienten einen guten Übergang in die Zeit nach der Therapie zu ermöglichen.
Am Ende dieser intensiven und transformierenden Woche erhalten alle Teilnehmer*innen eine Teilnahmebescheinigung, die den erfolgreichen Abschluss ihrer zweijährigen Fortbildung in Beziehungsdynamischer Sexualtherapie bestätigt.