Wer im Internet nach einem Sexologen oder einer Sexologin sucht, stößt häufig auch auf den Begriff Sexualtherapeut. Doch obwohl sich beide Berufsgruppen mit Sexualität befassen, unterscheiden sie sich deutlich in Ausbildung, Arbeitsweise und Zielsetzung. In diesem Beitrag erfahren Sie, was ein*e Sexologe bzw. Sexologin genau macht, wie sich diese Tätigkeit von der Sexualtherapie unterscheidet – insbesondere wenn Sie überlegen, Sexologin zu werden oder als Sexualtherapeut tätig zu werden, kann dieser Artikel hilfreich sein.
Aber: ganz trennscharft kann nicht zwischen Sexolog*innen und Sexualtherapeut*innen unterschieden werden.
Wir am Berliner Institut für Beziehungsdynamik bilden seit vielen Jahren Paartherapeut*innen und Sexualtherapeut*innen aus und weiter. Unsere Angebote in Präsenz oder auch Online finden Sie hier auf unserer Website.
Ein Sexologe oder eine Sexologin beschäftigt sich eher mit der wissenschaftlichen, beratenden und pädagogischen Auseinandersetzung mit der menschlichen Sexualität. Die Tätigkeit basiert auf der Sexologie, der wissenschaftlichen „Lehre von der Sexualität“. Die Arbeit kann unter anderem umfassen:
Sexolog:innen arbeiten meist nicht therapeutisch, sondern präventiv und beratend. Ihre Angebote richten sich an Einzelpersonen, Paare, Institutionen oder Gruppen. Allerdings: Der Begriff wird üblicherweise nicht eindeutig verwenden und so gibt es auch Menschen, die Sexualtherapeut*innen sind, sich aber als Sexolog*innen bezeichnen.
Wichtig: Die Berufsbezeichnung Sexologe bzw. Sexologin ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt. Die Qualifikation kann von einem Studium der Sexualwissenschaft bis hin zu spezifischen Weiterbildungen in Sexualpädagogik oder Sexualberatung reichen.
Ein Sexualtherapeut ist gezielt in der Behandlung von sexuellen Störungen und psychosexuellen Problematiken ausgebildet. Die Sexualtherapie ist ein spezielles Feld der Psychotherapie, das sich mit tiefgreifenden, oft leidvollen Aspekten der Sexualität beschäftigt. Typische Themen in der Sexualtherapie sind:
Sexualtherapeut:innen verfügen meist über eine therapeutische Grundqualifikation (z. B. als Psychotherapeut:in, Heilpraktiker:in für Psychotherapie) und haben eine anerkannte sexualtherapeutische Weiterbildung absolviert. Sie arbeiten mit psychotherapeutischen Methoden wie Gesprächstherapie, systemischer Sexualtherapie oder Verhaltenstherapie.
| Wissenschaft, Aufklärung, Beratung |
Wir bieten seit 2012 Aus- und Weiterbildungen in Paartherapie und Sexualtherapie an. In den Jahren unserer Schwerpunktarbeit mit sexuellen und partnerschaftlichen Schwierigkeiten haben wir die Beziehungsdynamische Paar- und Sexualtherapie, unseren sexual- und paartherapeutischen Ansatz entwickelt. Wir sind ein körperpsychotherapeutisches Institut und vermitteln in unseren Ausbildungen und Weiterbildungen körperpsychotherapeutische Vorgehensweisen und Methoden.
Wenn Sie sich allgemein über Sexualität, sexuelle Identität, Lustempfinden oder Partnerschaft informieren oder beraten lassen möchten, ist eine Sexologin oder ein Sexologe die richtige Wahl. Auch wenn Sie Fragen zur sexuellen Entwicklung, zu Lust und Intimität oder zur Sexualität in verschiedenen Lebensphasen haben, bietet die Sexualberatung durch eine*n Sexolog:in wertvolle Impulse.
Bei tiefergehenden Problemen, die mit seelischer Belastung, Ängsten oder traumatischen Erlebnissen verknüpft sind, ist ein*e Sexualtherapeut:in mit therapeutischer Fachausbildung empfehlenswert. Sexualtherapie ist besonders sinnvoll bei wiederkehrenden oder belastenden sexuellen Funktionsstörungen, die den Alltag oder die Beziehung beeinträchtigen.
Wer sich mit Fragen rund um Sexualität, Partnerschaft oder sexuelle Identität auseinandersetzt, kann sowohl bei einer Sexologin oder einem Sexologen als auch bei einem Sexualtherapeuten Hilfe finden – abhängig von der individuellen Situation.
Beide Berufsgruppen leisten einen wesentlichen Beitrag zur sexuellen Gesundheit und zur Enttabuisierung von Sexualität in unserer Gesellschaft.