Hier wird das zehnte Seminar unserer zweijährigen Weiterbildung in Beziehungsdynamischer Paartherapie und Sexualtherapie beschrieben. Es ist nicht möglich, dieses Seminar separat zu buchen, denn es ist Teil eines geschlossenen Ausbildungsdurchgangs.
Seit 2012 bilden wir am Institut für Beziehungsdynamik Therapeut*innen fort und weiter. Alle Infos zu unseren Weiterbildungen finden sich hier auf unserer Website. Gerne können Sie bei Fragen auch Kontakt zu uns aufnehmen.
Im neunten Seminar unserer Ausbildung in Beziehungsdynamischer Paar – und Sexualtherapie stehen die Themen Haltung, Menschenbild und therapeutische Werte im Vordergrund.
Die meisten Personen, die eine therapeutische Karriere begründen wollen und mit der Arbeit beginnen, machen sich ziemlichen Stress. Sie gehen davon aus, dass sie entweder helfen müssen, ihren Klientinnen und Klienten hilfreich zur Seite stehen müssen, für Wohlbefinden sorgen oder auch eine Lösung bewirken müssen. Unsere impliziten Vorstellungen und Modelle beeinflussen in starker Weise unser Erleben in therapeutischen Sitzungen.
Wenn wir als Therapeutinnen und Therapeuten davon ausgehen, dass wir für eine Lösung verantwortlich sind, dann werden wir sehr wahrscheinlich viel Stress im therapeutischen Prozess erleben. In diesem Seminar wollen wir unsere Haltung reflektieren, Deine Vorstellungen identifizieren und die Auswirkungen auf dein therapeutisches Wirken reflektieren. Es wird darum gehen, verschiedene Sichtweisen und Perspektiven zu entwerfen und auszuwerten. In der Beziehungsdynamischen Paar-und Sexualtherapie ist die innere Haltung, mit der du deine therapeutische Rolle ausfüllt, zentral für das Ergebnis deines therapeutischen Handelns. Umso wichtiger ist es, Dich und deine Motivation bewusst zu hinterfragen und eine therapeutische Werthaltung zu entwerfen. Wir werden in diesem Seminar verschiedene Haltungsaspekte erfahrbar darlegen. Außerdem wollen wir Fragen aufwerfen wie zum Beispiel:
Welchem Menschenbild bist du verpflichtet? Was ist für Dich Heilung/ Entwicklung? Was ist für Heilung zu tun? Wie siehst Du die Rolle des/ der Therapeut*in innerhalb eines sexualtherapeutischen oder paartherapeutischen Prozesses?
nachdem Du die anderen Teilnehmer*innen Deines Ausbildungsdurchgangs nun einige Zeit kennen lernen durftest, wollen wir in diesem Seminar die gemeinsamen Erfahrungen auswerten. Du bekommst die Möglichkeit, Feedback zu erhalten und somit auch zu erkennen, wo deine persönlichen Entwicklungsfelder sind.
In der zweiten Hälfte der Ausbildung in Beziehungsdynamischer Paar- und Sexualtherapie widmen wir uns in jedem Seminar einem Spezialthema. Damit sind Themen gemeint, die uns von unseren Klientinnen und Klienten des Öfteren präsentiert werden und für die wir eine therapeutische Haltung entwickeln sollten. In diesem Seminar steht für uns Hypersexualität/ Sexsucht im Vordergrund. Wir wollen hier die Beziehungsdynamische Perspektive auf süchtige Sexualität entwerfen.
Sexsucht, auch als Hypersexualität oder zwanghafte Sexualverhaltensstörung bezeichnet, ist ein Zustand, bei dem Betroffene die Kontrolle über ihr sexuelles Verhalten verlieren und negative Konsequenzen erfahren. Hier sind die wichtigsten Aspekte: Merkmale und Symptome:
Auch werden wir in diesem Seminar einen körperpsychotherapeutischen Zugang erfahrbar anleiten. In unserer Arbeit beziehen wir uns auf die körperpsychotherapeutische Sicht von Wilhelm Reich, der sich in seiner Arbeit der Erforschung des Lebendigen gewidmet hatte und der als Pionier der modernen Körperpsychotherapie gilt. Für uns besteht süchtige Sexualität vor allen Dingen auch darin, dem eigenen Körper und dem körperlichen Erleben gegenüber entfremdet zu sein. Durch Entfremdung sehnen wir uns nach Zustandsveränderung und nach entsprechenden Suchtmitteln, die eine Zustandsveränderung ermöglichen. Körperpsychotherapeutisch arbeiten wir an der Schwingungsfähigkeit und damit daran, den Körper und das körperliche Erleben zurückzuerobern. In diesem Seminar werden wir die orgastische Welle anleiten und begleiten lernen.
Menschenbild, Haltung als Therapeut*in, Rolle als Therapeut*in, Feedback, persönliche Entwicklung, Reflexion eigener Wirksamkeit, Hypersexualität, Sexsucht, süchtige Sexualität, Wilhelm Reich Körperpsychotherapie, orgastische Welle, Schwingungsfähigkeit, „Masturbatorische“ Persönlichkeit