Selbsterfahrungsgruppen und Weiterbildungen in Krisenzeiten

Warum es wichtig ist, in Krisenzeiten auf persönliche Entwicklung und Weiterbildung zu setzen​

Viele Menschen leben momentan im dauerhaften Krisenmodus. Ausgelöst durch heftige und beängstigende Ereignisse wie Krankheit, Krieg und finanzielle Belastungen werden wir konfrontiert mit Sorgen, sowie Gefühlen und Zuständen, die uns oft schwer verarbeitbar erscheinen und uns oft verzweifeln lassen.

Psychologisch ist dies allzu verständlich, schließlich bringen uns gerade unsere Grenzerfahrungen in Kontakt den zumeist verdrängten Aspekten unserer Innenwelt. Und diese sind oft kindlicher Natur und entziehen sich daher auch rationalen und logischen Überlegungen. Alleine andere Menschen über so lange Zeit als potenzielles Übertragungsrisiko wahrzunehmen, während die Mimik durch Masken abgedeckt ist, kann kindlich-archaische Ängste in uns „hochspülen“, ohne dass uns dies bewusst wird. Auch die Vorstellung, sich zu infizieren durch etwas, dass mit unseren Augen nicht sichtbar ist, ist zumeist Teil unserer archaischen Ängste. Viele Horrorfilme spielen mit diesen Angstszenarien.

Gerade diffuse Ängste, die unserem Bewusstsein schwer greifbar erscheinen, setzen uns dauerhaft in Alarmbereitschaft und unter Stress. Wenn gleichzeitig keine Möglichkeit erkennbar wird, konkret Einfluss zu nehmen und etwas zu tun, dann kann die eigene Lebenssituation als stagnierend und oder auch aussichtslos erscheinen.

 

Die psychologische Resilienzforschung - wichtige Faktoren persönlicher Resilienz in Krisenzeiten

Gerade in Krisenzeiten sollten wir uns auf hilfreiche und stabilisierende psychologische Aspekte und Faktoren fokussieren. Hierzu hat die Resilienz-Forschung einen nutzbaren Beitrag geleistet. Resilienz bedeutet wörtlich übersetzt so etwas wie „zurückprallen“ und beschreibt in der Psychologie die Fähigkeit eines Menschen, sich in schwierigen Situationen bewegen zu können und sich selbst so ausbalancieren zu können, dass er in einer entsprechenden Situation nicht untergeht. Ich finde die Analogie zum Bambus hier sehr treffend. Bambus ist extrem flexibel und kann auch schwere Stürme ausbalancieren. Gleichzeitig ist Bambus sehr tragfähig und stabil.

Die Forschungsergebnisse zum Thema Resilienz lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: in schwierigen und belastenden Situationen haben wir aufgrund unserer inneren Haltung maßgebliche Einflussmöglichkeiten auf unseren Umgang. Unsere Sichtweise und unsere Haltung entscheidet darüber, ob wir in einer Krise untergehen oder ob wir sogar gestärkt daraus hervorgehen können. Es lohnt sich, sich mit einigen der sehr überzeugenden Forschungsergebnisse vertieft auseinanderzusetzen. Hier will ich einige der Aspekte aufgreifen, von denen wir im Alltag profitieren können. Den Fokus auf Resilienz in Krisenzeiten zu richten ist also sehr hilfreich.

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Selbstwirksamkeit durch persönliche und berufliche Weiterentwicklung

Das Konstrukt Selbstwirksamkeitserwartung (selfefficacy) gilt in der Psychologie und der psychologischen Forschung als sehr gut validiert. Der Begriff wurde in den 1970er-Jahren von dem kanadischen Psychologen Albert Bandura entwickelt. Seitdem wird hierzu besonders im Bereich pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie viel geforscht.

Eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung beschreibt die mentale Einstellung, Einfluss nehmen zu können und das eigene Leben gestalten zu können. Es ist der Glaube an die eigene Wirksamkeit und daran, Probleme, die auf mich zukommen, lösen zu können. Menschen, die eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung haben, trauen sich einfach mehr zu und werden sich auch gestatten, Träume zu entwickeln und diese auch zu verfolgen. Aus der psychologischen Forschung weiß man, dass eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung gesund hält, mit höherem beruflichen Erfolg korreliert und auch das eigene Glückserleben und die eigene Zufriedenheit stärkt.

Wir können in unserem Alltag und vor allem in Krisenzeiten durch Kreativität unsere Selbstwirksamkeit steigern. In dem wir tun und etwas Neues erschaffen, können wir die Erfahrung machen, dass wir beweglich sind und die Schwierigkeiten in der aktuellen Lebenssituation ausbalancieren können. Gerade im Rahmen von Selbsterfahrung und Weiterbildung kannst du dir neue Bereiche deiner Persönlichkeit erobern und neue Fähigkeiten aneignen. Damit wirst du Bereiche entwickeln, in denen du dich selbst in deiner Wirksamkeit erfahren kannst. Die Folge ist psychische Stabilität.

Das stützende Feld sozialer Beziehungen

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Ein weiterer entscheidender Stabilitätsfaktor ist deine soziale Bezogenheit. Unterstützende Menschen um dich herum zu haben, schützt dich und fördert Resilienz in Krisensituationen. Bei uns in der Praxis erfahren wir immer wieder, wie belastend es für die meisten Menschen ist, in schwierigen Zeiten auf kein verlässliches soziales Netz zurückgreifen zu können. Hilfreich ist hier, mit Menschen zusammenzukommen oder sich zusammen zu entwickeln, die ein ähnliches Anliegen verfolgen und mit diesen gemeinsam einen wertfreien Raum zu kreieren. Hier zeigt sich die Bedeutung von therapeutischen Weiterbildung und Selbsterfahrungsseminaren und Selbsterfahrungsgruppen besonders in Krisenzeiten. Du wirst aufgefangen und zugleich in der gemeinsamen Lernerfahrung Kompetenzen entwickeln.

Ziel- und Zukunftsorientierung

Auch wenn wir in Krisensituationen vielleicht den Impuls verspüren, uns zurückzuziehen und defensiv zu handeln, die Resilienz-Forschung zeigt, dass gerade in schwierigen Zeiten die (innere) Investition in die eigene Zukunft hilfreich ist. Wenn du Dir also ausmalt, in welche Richtung Du Dich entwickeln willst oder einfach Deiner inneren Leidenschaft folgst, dann kann es gelingen, Dich für das herausfordernde Hier und Jetzt zu motivieren. Wenn Du weißt, wofür es sich lohnt, dann wirst Du auch Deine Widerstandskräfte in schwierigen Zeiten stärken.

Selbstentwicklung und Weiterbildung

Krisensituationen verleiten uns oft dazu, erst einmal abwarten zu wollen. Das ist sicherlich nicht falsch, vor allem dann nicht, wenn es um maßgebliche Beziehungsentscheidungen und finanzielle Investitionen geht. Eigene Entwicklung und berufliche Weiterbildung hingegen steigern Resilienz und Selbstwirksamkeit. Vor allem therapeutische und selbsterfahrungsbasierte Weiterbildung eröffne dir einen Entwicklungsspielraum, innerhalb dessen du kindliche Zustände und diffuse Ängste ausbalanciert kannst. In unseren Ausbildungs- und Selbsterfahrungsgruppen bekommen wir von unseren Teilnehmer*innen entsprechendes Feedback. Weiterbildung und Selbsterfahrung fördert maßgeblich die Resilienz in Krisenzeiten.

Unsere Ausbildungsmöglichkeiten im Überblick

Wir am Institut für Beziehungsdynamik bieten verschiedene Ausbildungen im Bereich Paartherapie, Sexualtherapie und Körperpsychotherapie an. In Präsenz und auch Online. Klicke, um zur Übersicht zu kommen.
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