queer LGBTI+

Wir am Institut für Beziehungsdynamik

Wir sind seit unserer Gründung in 2006 spezialisiert in den Bereichen Paartherapie, Sexualtherapie und Körperpsychotherapie. Seit 2012 bilden wir Therapeut*innen in unserem Ansatz, der Beziehungsdynamischen Paartherapie und Sexualtherapie aus. Zu unseren Angeboten zählen unsere zweijährige Weiterbildung in Beziehungsdynamischer Paartherapie und Sexualtherapie sowie unsere Online-Ausbildung in Beziehungsdynamischer Paar- und Sexualtherapie. 

Alle Infos zu unseren Weiterbildungen finden sich hier auf unserer Website. Gerne können Sie bei Fragen auch Kontakt zu uns aufnehmen.

Werden in unserer Ausbildung queere Menschen und queere Fälle berücksichtigt?

Die Frage, ob unsere Ausbildung queere Identitäten und entsprechende Lebensweisen und -Verhältnisse berücksichtigt, ist eine berechtigte und wichtige. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Vielfalt und die Anerkennung unterschiedlicher Lebensrealitäten immer stärker in den Fokus rücken, ist es essenziell, sich mit diesen Themen sensibel und differenziert auseinanderzusetzen.

Die LGBTIQ+-Community umfasst eine Vielzahl von Identitäten und sexuellen Orientierungen, darunter lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* und queere Menschen sowie weitere nicht-binäre und genderfluide Identitäten. Diese Vielfalt erfordert eine respektvolle und inklusive Ansprache – auch in der Ausbildung. Doch wie genau geht unsere Ausbildung mit diesen Themen um?

Unsere Haltung: Respekt als Selbstverständlichkeit

Zunächst ist es für uns selbstverständlich, dass wir in unserer Ausbildung unterschiedliche Lebenswirklichkeiten und Identitäten berücksichtigen. Queere Identitäten und alternative Beziehungsformen sind längst Teil der gesellschaftlichen Realität, und in unserer Arbeit begegnen wir immer wieder Einzelklient*innen, Paaren sowie Teilnehmenden in unseren Ausbildungen, die sich als Teil der LGBTIQ+-Community identifizieren.

Für uns ist daher klar, dass wir in der Kommunikation und in der methodischen Arbeit eine inklusive und respektvolle Haltung einnehmen. Das bedeutet, dass wir darauf achten, die richtige Ansprache zu wählen und Diskriminierung oder Unsicherheiten im sprachlichen Umgang bewusst zu vermeiden. Die Vielfalt geschlechtlicher Identitäten sowie sexueller Orientierungen erfordert eine differenzierte Betrachtung und einen sensiblen Umgang – insbesondere in einem professionellen Ausbildungsumfeld.

Unser Fokus: Psychotherapeutische Arbeit statt Sexualpädagogik

Während wir selbstverständlich queere Lebensrealitäten respektieren und in unserer Arbeit berücksichtigen, liegt unser Schwerpunkt in der Ausbildung nicht auf sexualpädagogischen Aspekten. Das bedeutet, dass wir weder belehren noch konkrete Handlungsempfehlungen dazu geben, wie man mit bestimmten Identitätsfragen oder Herausforderungen im Zusammenhang mit queeren Lebensrealitäten umgehen kann. Sexualberaterische und sexualpädagogische Sichtweisen sind zweifelsohne unverzichtbar und nutzbringen – wir haben allerdings einen komplett anderen Fokus.

Unsere Arbeit hat einen klar psychotherapeutischen Fokus. Das heißt, wir konzentrieren uns auf die innere Wirklichkeit unserer Klient*innen und Teilnehmenden und arbeiten mit den Widersprüchen und Widerständen, die in ihrem individuellen Erleben auftreten. Dabei geht es um tiefere psychische Prozesse, um die Verarbeitung innerer Konflikte und um die Überwindung verinnerlichter Widerstände – unabhängig von der individuellen Identitätsbildung und unabhängig vom „Label“.

In unserer Ausbildung begleiten wir Menschen dabei, ihre persönlichen Themen zu bearbeiten, innere Blockaden zu erkennen und sie aufzulösen. Diese Arbeit ist für alle Menschen relevant – unabhängig davon, ob sie sich als cisgeschlechtlich, trans*, nicht-binär oder queer identifizieren.

Queere Identitäten und psychische Prozesse: Ein sensibles Feld

LGBTIQ+-Personen sind oft mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, sei es durch gesellschaftliche Erwartungen, Diskriminierungserfahrungen oder das Ringen um Selbstakzeptanz. Besonders relevant sind in unserer Arbeit daher Themen wie:

  • Innere Konflikte und Selbstannahme: Viele queere Menschen erleben innere Widerstände in Bezug auf ihre Identität, geprägt durch familiäre, religiöse oder gesellschaftliche Normen. In unserer Ausbildung vermitteln wir Techniken, um diese inneren Spannungen aufzulösen.
  • Erfahrungen mit Minderheitenstress: Diskriminierung, Mikroaggressionen und gesellschaftliche Ablehnung können psychische Belastungen hervorrufen. Unsere Methoden helfen dabei, mit diesen Belastungen umzugehen.
  • Coming-out-Prozesse: Ob im persönlichen oder beruflichen Kontext – das bewusste Offenlegen der eigenen Identität ist oft mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Wir bieten einen geschützten Raum, um diese Prozesse zu reflektieren.
  • Beziehungsdynamiken in queeren Kontexten: Queere Menschen leben häufig in Beziehungsformen, die von traditionellen heteronormativen Mustern abweichen. Unsere Ausbildung vermittelt ein tiefes Verständnis für individuelle Beziehungsdynamiken.

Warum unsere Ausbildung für alle Menschen offen ist

Unabhängig von der sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität haben alle Menschen innere Widerstände, Zweifel und Herausforderungen, die sie bewältigen müssen. Unser Ansatz ist daher nicht identitätszentriert, sondern auf die psychischen Prozesse ausgerichtet, die jeder Mensch in sich trägt.

Das bedeutet auch, dass wir keinen Unterschied in der Begleitung von cis-heterosexuellen, queeren oder nicht-binären Menschen machen. Unser Anspruch ist es, eine offene und wertfreie Haltung einzunehmen und Menschen unabhängig von ihrer Identität in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen.

Fazit: Eine respektvolle und wertschätzende Ausbildung für alle

Unsere Ausbildung berücksichtigt selbstverständlich queere Identitäten und Lebensrealitäten – nicht, indem wir sie gesondert thematisieren oder belehren, sondern indem wir Menschen in ihren individuellen Prozessen ernst nehmen und begleiten. Unser Fokus liegt auf der inneren Wirklichkeit und auf psychotherapeutischen Ansätzen, die helfen, verinnerlichte Widerstände zu überwinden.

Wir arbeiten mit Menschen, nicht mit Kategorien. Unser Ziel ist es, alle Teilnehmenden in ihrer individuellen Entwicklung zu unterstützen, unabhängig von ihrer Identität, sexuellen Orientierung oder ihren Lebensverhältnissen. Eine offene, respektvolle und inklusive Haltung ist für uns dabei selbstverständlich – denn jeder Mensch verdient es, in seinem Sein anerkannt und wertgeschätzt zu werden.

queere Lebenswirklichkeiten

Was bedeutet eigentlich queer?

Queer ist ein Sammelbegriff für Menschen, deren sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht den heteronormativen Standards entspricht. Dies schließt Lesben, Schwule, Bisexuelle, Asexuelle, Intersexuelle und/oder Transgender-Personen ein, ist aber nicht darauf beschränkt.

Es ist zudem ein Begriff für sexuelle Orientierungen, die nicht heterosexuell sind, für Geschlechtsidentitäten, die nicht-binär oder nicht-cisgender sind, sowie für Lebensweisen und Formen der Liebe, die nicht heteronormativ sind.

Ursprung und Entwicklung:

  • Das Wort „queer“ kommt aus dem Englischen und ist mit dem deutschen Wort „quer“ verwandt.
  • Historisch gesehen wurde „queer“ als abwertender Begriff für Homosexuelle und andere verwendet, die von heteronormativen Geschlechter- oder sexuellen Normen abwichen. Es hatte negative Konnotationen, ähnlich wie „pervers“.
  • In den 1990er Jahren begann die LGBTQ-Community, den Begriff „queer“ als positive Selbstbezeichnung zurückzugewinnen, um die Vielfalt der sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten zu feiern.

Heutige Verwendung:

  • „Queer“ wird heute von vielen oft als positiver Begriff der Selbstidentifikation verwendet. Es bietet eine Möglichkeit, sich zu identifizieren, ohne sich Klassifizierungen anzupassen.
  • Es ist ein offener Begriff, der vielfältige Identifikationsmöglichkeiten bietet und sich jeder strikten Definition entzieht.
  • „Queer“ zu verwenden kann bedeuten, sich von anderen verschieden zu fühlen.
  • Die queere Community zielt darauf ab, die vorherrschende Heteronormativität herauszufordern und aufzulösen, damit Menschen ihr Leben frei von Normen leben können, mit vielfältigen Formen sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität.
  • Der Begriff wird innerhalb der LGBTQ+-Community nicht universell akzeptiert, da einige andere Begriffe wie schwul, lesbisch oder asexuell bevorzugen. Es ist wichtig, die individuellen Präferenzen zu respektieren.

Verwandte Konzepte:

  • LGBTQIA+: Ein Akronym für Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transgender, Queer/Questioning, Intersexuell und Asexuell.
  • Heteronormativität: Die Annahme, dass Heterosexualität die Standard- oder bevorzugte sexuelle Orientierung ist.
  • Cisgender: Eine Person, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.

Die Regenbogenflagge symbolisiert die vielfältigen queeren Identitäten.