Das Achte Seminar in der Weiterbildung Beziehungsdynamische Paar- und Sexualtherapie

Weiterbildung Trauma Berlin

Die zweijährige Weiterbildung

Hier wird das achte Seminar unserer zweijährigen Weiterbildung in Beziehungsdynamischer Paartherapie und Sexualtherapie beschrieben. Es ist nicht möglich, dieses Seminar separat zu buchen, denn es ist Teil eines geschlossenen Ausbildungsdurchgangs.

Seit 2012 bilden wir am Institut für Beziehungsdynamik Therapeut*innen fort und weiter. Alle Infos zu unseren Weiterbildungen finden sich hier auf unserer Website. Gerne können Sie bei Fragen auch Kontakt zu uns aufnehmen.

Prämissen der Beziehungsdynamischen Paar- und Sexualtherapie

Im achten Seminar werden die Prämissen und Methoden der Beziehungsdynamischen Paar- und Sexualtherapie detailliert erläutert, um den gesamten therapeutischen Prozess nachvollziehbar zu machen. Im vorherigen, siebten Seminar lag der Schwerpunkt auf der Auftragsklärung und der Durchführung der Erstsitzung. Nun widmen wir uns dem gesamten beziehungsdynamischen Therapieprozess.

Hier finden Sie einen Artikel zu den Prämissen Beziehungsdynamischer Paar- und Sexualtherapie.

Live-Supervision einer paar- oder sexualtherapeutischen Sitzung

Ein besonderes Highlight des Seminars ist die geplante Live-Sitzung, bei der ein Paar oder eine Einzelperson vor der Kamera mit einem Teilnehmer oder einer Teilnehmerin arbeitet. Diese Sitzung wird in den Gruppenraum übertragen, sodass alle Anwesenden teilnehmen und die Sitzung analysieren können. Die Person, die die Sitzung durchführt, erhält umfassendes Feedback und hat die Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Darüber hinaus bieten wir anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Ausbildung die Möglichkeit, mit sogenannten Probeklient*innen und Probepaaren zu arbeiten, um praktische Erfahrungen zu sammeln.

Wichtig: Die Live-Sitzung können wir nicht garantieren. Es hängt davon ab, ob wir ein entsprechenes Paar oder eine*n Klient’in finden können, das, die oder der bereit ist, vor der Kamera zu arbeiten.

Spezialthema: Trauma und traumasensible, stützende Arbeitsweisen

In der zweiten Hälfte der Ausbildung in Beziehungsdynamischer Paar- und Sexualtherapie widmen wir uns in jedem Seminar einem Spezialthema. Damit sind Themen gemeint, die uns von unseren Klientinnen und Klienten des Öfteren präsentiert werden und für die wir eine therapeutische Haltung entwickeln sollten. In diesem Seminar stehen Missbrauch und Traumatisierung in Beziehung und Sexualität im Vordergrund. Wir wollen hier die Beziehungsdynamische Perspektive auf Missbrauch und Traumatisierung in Beziehung und Sexualität entwerfen.

Trauma, Traumatherapie Ausbildung Berlin

Was ist ein Trauma und wie gehen wir damit um?

Wir untersuchen, was Traumatherapie beinhaltet und wie unser Ansatz in der Paar- und Sexualtherapie helfen kann, wobei wir auch die Grenzen unserer Arbeit erkennen. Es ist wichtig zu prüfen, ob eine Paartherapie bei massiv traumatisierten Personen überhaupt geeignet ist und ob unsere Arbeitsweise in solchen Fällen anwendbar ist. Oft bestehen Berührungsängste und die Furcht vor Retraumatisierung, weshalb wir lernen, wann Vorsicht geboten ist und wann unsere therapeutischen Werkzeuge angewendet werden können.

Arbeit mit unterstützenden Ego-States und Aktivierung von Ressourcen

Im Seminar arbeiten wir mit unterstützenden Ego-States, um in Krisenfällen Ressourcen zu aktivieren und unseren Klienten und Klientinnen Stabilität und Gestaltungsfähigkeit zu vermitteln. Es werden zahlreiche sexualtherapeutische Übungssequenzen demonstriert, angeleitet und geübt, um die Kompetenz der Teilnehmenden zu stärken.

Stichworte zum Seminar

  • Beziehungsdynamische Prämissen
  • Missbrauch und Traumatisierung in Beziehung und Sexualität
  • Auswirkungen von Trauma
  • Grenzen unserer Arbeit
  • Unterschiede zwischen Paartherapie und Einzeltherapie
  • Fokus in der Traumatherapie
Traumatherapie Fortbildung

Was ist ein Trauma?

Ein Trauma ist eine schwere seelische Verletzung, die durch ein außergewöhnlich belastendes oder bedrohliches Ereignis ausgelöst wird. Wesentliche Merkmale eines Traumas sind:

  • Es handelt sich um eine Situation von außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalem Ausmaß
  • Das Ereignis würde bei fast jedem Menschen tiefe Verzweiflung auslösen
  • Betroffene erleben extreme Hilflosigkeit, große Angst oder Entsetzen
  • Die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten reichen nicht aus, um mit der Situation umzugehen

Ob ein Ereignis tatsächlich traumatisierend wirkt, hängt nicht nur von den äußeren Umständen ab, sondern auch stark vom individuellen Erleben. Faktoren wie die persönliche Resilienz spielen eine Rolle dabei, wie Menschen auf potenziell traumatische Situationen reagieren. Ein Trauma kann zu einer starken und oft langanhaltenden seelischen Belastung führen. Typische unmittelbare Reaktionen sind massive Ängste, Gefühle von Hilflosigkeit und Kontrollverlust sowie emotionale Taubheit. Längerfristig können sich verschiedene psychische Störungen wie eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln

Grundlagen und Quellen

Die beziehungsdynamische Paar- und Sexualtherapie basiert auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Studien zeigen, dass eine traumasensible Paartherapie die Beziehungsdynamik positiv beeinflussen kann (Hertlein et al., 2015). Insbesondere die Arbeit mit Ego-States hat sich als effektive Methode zur Stabilisierung von Klienten und Klientinnen erwiesen (Watkins & Watkins, 1997).

Die Betrachtung der Auswirkungen von Missbrauch und Traumatisierung auf Beziehungen und Sexualität ist entscheidend, da traumatische Erlebnisse oft tiefgreifende Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen haben (Courtois & Ford, 2016). Die Entwicklung einer therapeutischen Haltung, die sowohl Sensibilität als auch klare Grenzen beinhaltet, ist für eine erfolgreiche Behandlung unerlässlich (Van der Kolk, 2014).

Literaturverzeichnis

  • Courtois, C. A., & Ford, J. D. (2016). Behandlung komplexer Traumatisierungen: Ein sequenzieller, beziehungsorientierter Ansatz. Guilford Press.
  • Hertlein, K. M., Weeks, G. R., & Gambescia, N. (2015). Systemische Sexualtherapie. Routledge.
  • Van der Kolk, B. A. (2014). Verkörperter Schrecken: Wie sich Trauma im Körper manifestiert und wie man sich davon befreien kann. Viking. Link
  • Watkins, J. G., & Watkins, H. H. (1997). Ego-States: Theorie und Therapie. W. W. Norton & Company.