Erstgespräch Sexualtherapie Paartherapie

Die zweijährige Weiterbildung

Hier wird das siebte Seminar unserer zweijährigen Weiterbildung in Beziehungsdynamischer Paartherapie und Sexualtherapie beschrieben. Es ist nicht möglich, dieses Seminar separat zu buchen, denn es ist Teil eines geschlossenen Ausbildungsdurchgangs.

Seit 2012 bilden wir am Institut für Beziehungsdynamik Therapeut*innen fort und weiter. Alle Infos zu unseren Weiterbildungen finden sich hier auf unserer Website. Gerne können Sie bei Fragen auch Kontakt zu uns aufnehmen.

Das siebte Seminar – Erstgespräch & Auftragsklärung

Wie gestalte ich mit dem Erstgespräch den Therapiebeginn und wie nähere ich mich der Auftragsklärung? Diesen und weiteren Fragen zum sexualtherapeutischen Einstieg widmen wir uns im siebten Seminar unserer Ausbildung zum/zur Sexualtherapeut:in. Augenmerk liegt in diesem Seminar auch auf dem gelungenen beziehungsdynamischen Einstieg. Sie erfahren außerdem, wie sie mit schwierigen Situationen umgehen und Muster im Erstgespräch gezielter deuten können.

Das Erstgespräch aus Beziehungsdynamischer Perspektive

Selbstverständlich vermitteln wir in diesem Seminar unsere Beziehungsdynamische Perspektive und besonders, wie wir in der Beziehungsdynamischen Paartherapie und Sexualtherapie das Erstgespräch führen und gestalten. Hierbei geht es uns im Erstgespräch zunächst darum, den verbalen Auftrag an uns und den sexual- oder paartherapeutischen Prozess zu erfragen und zu explorieren. Daneben gibt es aber auch einen nonverbalen Auftrag, für den wir in diesem Seminar sensibilisieren wollen. Für uns gilt es, auch im Erstgespräch bereits hilfreiche Informationen aufgrund der sich uns zeigenden Beziehungsdynamik zu gewinnen.

Die Bedeutung der Auftragsklärung

Auftragsklärung ist ein zentraler Bestandteil jedes therapeutischen Prozesses, insbesondere in der Paar- und Sexualtherapie. Sie dient dazu, die Erwartungen und Bedürfnisse der Klienten zu klären und sicherzustellen, dass die Therapie in die richtige Richtung führt. Die Auftragsklärung hilft sowohl dem Therapeuten als auch den Klienten, ein gemeinsames Verständnis über die Ziele und den Fokus der Therapie zu entwickeln.

Erstgespräch Seminar Auftragsklärung

Auftragsklärung in der systemischen Therapie

In der systemischen Therapie spielt die Auftragsklärung eine zentrale und wichtige Rolle. Sie bildet die Grundlage für eine erfolgreiche therapeutische Zusammenarbeit zwischen Therapeut*in und Klient*in. Hier sind einige wesentliche Aspekte der Auftragsklärung in der systemischen Therapie:

  • Gemeinsames Verständnis entwickeln: Therapeut und Klient erarbeiten zusammen ein klares Bild davon, wofür sie arbeiten und welche Ziele erreicht werden sollen
  • Erwartungen klären: Es wird besprochen, welche Erwartungen der Klient an die Therapie und die Arbeitsweise des Therapeuten hat
  • GGf. Beziehungstypen und Auftragstypen identifizieren: Der Therapeut versucht zu verstehen, ob der Klient als „Besucher“, „Klagender“ oder „Kunde“ in die Therapie kommt, was Auswirkungen auf die Motivation und Mitarbeit hat
  • Kontext berücksichtigen: Der Kontext des Anliegens wird beleuchtet, einschließlich der beteiligten Personen, Strukturen und Kulturen
  • Konkrete Ziele definieren: Je präziser die Ziele formuliert werden, desto einfacher gestaltet sich die Lösungsfindung
  • Rahmenbedingungen festlegen: Aspekte wie Zeitbudget und Umgang mit Informationen werden geklärt
  • Therapeutische Haltung vermitteln: Der Therapeut erklärt seine Arbeitsweise und Haltung
  • Verantwortlichkeiten klären: Es wird ein „seelischer Kontrakt“ geschlossen, der die Rollen und Verantwortlichkeiten beider Seiten definiert
  • Zeit investieren: Eine gründliche Auftragsklärung wird als Investition in die Klientenbeziehung gesehen und sollte nicht unter Zeitdruck erfolgen
  • Flexibilität bewahren: Die Auftragsklärung ist kein starres Konstrukt, sondern kann im Therapieverlauf angepasst werden

Die systemische Auftragsklärung hilft, eine komplementäre Beziehungsstruktur zu vermeiden, bei der der Therapeut zu aktiv und der Klient zu passiv wird. Stattdessen wird eine partnerschaftliche Zusammenarbeit angestrebt, bei der der Klient als Experte für sein Leben gesehen wird und der Therapeut als Experte für den Prozess fungiert. Dies fördert die Eigeninitiative und Selbstständigkeit des Klienten bei der Problemlösung

Eifersucht - in Paartherapie, Sexualtherapie und Beziehungstherapie

Eifersucht Paartherapie Seminar

Therapeutischer Umgang mit Eifersucht

In der zweiten Hälfte unserer Präsenzaufbildung in Beziehungsdynamischer Paar- und Sexualtherapie beschäftigen wir uns je Seminar mit einem bedeutsamen Spezialthema. In diesem Seminar ist dies das Thema „Eifersucht“.

Für Paartherpeut*innen und Sexualtherapeut*innen ist es unumgänglich eine Haltung zum Thema Eifersucht zu entwickeln, die das Arbeiten mit Paaren oder Einzelpersonen erleichtert, die unter Eifersucht leiden.

Was ist Eifersucht?

Eifersucht ist eine komplexe emotionale Reaktion bzw. ein Komplex, die typischerweise in Beziehungen auftritt. Sie lässt sich wie folgt charakterisieren:

  • Emotionale Komponente: Eifersucht ist geprägt von Gefühlen wie Unsicherheit, Angst, Besorgnis und manchmal auch Wut. Es handelt sich um eine Mischung verschiedener Emotionen, die oft von Verlustangst begleitet werden.
  • Auslöser: Eifersucht entsteht, wenn eine Person das Gefühl hat, eine wertvolle Beziehung oder etwas Wichtiges zu verlieren, insbesondere wenn eine dritte Person als Bedrohung wahrgenommen wird
  • Intensität: Eifersucht kann in verschiedenen Intensitäten auftreten, von mild bis massiv
  • Psychologische Wurzeln: Oft liegt Eifersucht in mangelndem Selbstbewusstsein, unsicheren Bindungserfahrungen oder emotionaler Abhängigkeit begründet
  • Evolutionärer Aspekt: Eifersucht kann als eine Art Schutzmechanismus verstanden werden, der dazu dient, wichtige Beziehungen zu bewahren
  • Kulturelle und individuelle Unterschiede: Die Ausprägung und der Umgang mit Eifersucht können je nach kulturellem Hintergrund und persönlichen Erfahrungen variieren.
  • Potenzielle Folgen und Auswirkungen: Übermäßige Eifersucht kann Beziehungen belasten und zu kontrollierendem oder misstrauischem Verhalten führen

Eifersucht – Umgang in Paartherapie & Beziehungstherapie

Im siebten Seminar unserer Ausbildung in Beziehungsdynamischer Paartherapie und Beziehungstherapie stellen wir Methoden und Perspektiven zum Umgang mit Eifersucht in Einzel- und Paartherapie vor.

Unser Ziel ist es, dass Eifersucht als Entwicklungsmöglichkeit wahrgenommen und genutzt werden kann.

Die entsprechenden Beziehungsdynamischen Herangehensweisen können von den Teilnehmer*innen in ihrer eigenen sexualtherapeutischen oder paartherapeutischen Praxis leicht eingesetzt und umgesetzt werden.

Eifersucht Paartherapie Seminare